Pressespiegel

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Petrus hat es mit den Karnevalisten am Sonntag nicht allzu gut gemeint

Hagelschauer, Regen und Kälte konnten den Narren die Laune allerdings nicht trüben! Der Karnevalsausschuss Neuss zieht Bilanz – und weil nach der Session vor der Session ist, gibt es auch schon eine kleine Vorschau auf 2018/2019… 

Mehrere Zehntausend Narren zogen gestern durch die Neusser Straßen, ließen sich die Stimmung vom schlechten Wetter nicht verhageln. Der Karnevalsausschuss (KA) um den scheidenden Präsidenten Jakob Beyen und seinen ebenfalls abdankenden Vize Reiner Franzen ist zufrieden. „Die Stimmung war gut und die Stadt rappelvoll. Allen Verantwortlichen gilt ein großes Lob für die gute Organisation und den reibungslosen Ablauf. Ein Dank gilt auch dem Himmel, der geweint hat, weil Reiner und ich nach dieser Session aufhören“, erzählt Beyen schmunzelnd. Er zieht Bilanz: „Während des Zuges ist nichts Wesentliches passiert, das die Rettungskräfte auf den Plan gerufen hätte – in meinen zehn Jahren als KA-Präsident ist nie etwas Schlimmeres passiert. Das macht uns stolz, liegt aber auch daran, dass wir in Neuss einen der höchsten Sicherheitsstandards haben. Rund 900 Personen schützen den Zug, das Glasverbot wird eingehalten und mehr. Die Disziplin der Karnevalisten ist sehr groß geworden.“

Und auch die Kreativität kommt nicht zu kurz – eine geheime Jury hat sich wieder für die schönsten Fußgruppen und die kreativsten Wagen entschieden.

Die Gewinner der Fußgruppen:

  1. Jecke us alle Ecke, verkleidet als Tintenfische;
  2. Sahnebällchen, verkleidet als Weather Girls;
  3. Fünkcheneltern, verkleidet als Bienen;
  4. Blau Rot Gold, verkleidet als Disneyfiguren.

„Jecke us alle Ecke“ gewannen mit ihren Tintenfischkostümen den ersten Platz der Fußgruppen.

Die Gewinner der Wagen:

  1. Pudelbande mit dem Wagen „Dat Motto es Kappes“;
  2. Edelreserve mit dem großen Safarijeep;
  3. Grün Weiß Gelb mit dem Motto Karneval in Schwarz.

Die Pudelbande konnte die Jury mit ihrem Wagen „Dat Motto es Kappes“ überzeugen.

Auch die Polizei blickt auf den Kappessonntag zurück. Übermäßiger Alkoholgenuss sei oft der Auslöser von Streitigkeiten gewesen, bis 18 Uhr haben die Beamten im Umfeld des Kappessonntagszuges 24 Platzverweise erteilen und drei randalierende Personen in Gewahrsam nehmen müssen.

Neun Strafanzeigen wurden vorgelegt – in drei Fällen kam es nach Schlägereien zu Anzeigen wegen Körperverletzungen, dabei wurden vier Personen leicht verletzt. Fünf Diebstahlsdelikte wurden bislang bei der Polizei angezeigt. Offensichtlich hatten Langfinger das Gedränge am Rande des Kappessonntagszuges für zwei Handy- und drei Taschendiebstähle genutzt. In einem Fall leistete ein betrunkener Mann im Rahmen einer Ingewahrsamnahme Widerstand gegen die Ordnungshüter. Die eingesetzten Polizisten blieben unverletzt.

Von Seiten der Rettungsdienste heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser und der Johanniter: „Schon während des laufenden Kappessonntagszuges wurden zwölf Betroffene in der Unfallhilfsstelle am Freithof behandelt. Vier von diesen Personen mussten nach der Erstbehandlung zur weiteren Versorgung einer Klinik zugeführt werden. In einigen Fällen war Alkohol mit im Spiel, so dass es sowohl Kreislaufprobleme als auch chirurgische Verletzungen gab. Auffällig häufig in diesem Jahr: Verletzungen direkt am Auge, die dazu führten, dass zur Abklärung und Behandlung die Patienten in die Augenklinik gebracht wurden.“ Viele der Verletzungen sollen durch Faustschläge verursacht worden sein. Davon hat auch eine Helferin der Johanniter einen abbekommen – dies sei aber aus Versehen während einer Behandlung geschehen.

Die Narren ließen sich von dem schlechten Wetter nicht aufhalten.

Mit dem Aschermittwoch kehrt bald erst einmal wieder Ruhe ein – und für Beyen und Franzen endet die letzte Session im KA-Vorstand. Noch ist viel zu tun: „Bisher hat sich die Wehmut noch nicht richtig eingestellt, aber wir sind ja noch mittendrin“, verrät Franzen, „momentan bin ich eher erleichtert und habe bereits die nächste Session im Kopf.“ Das neue Prinzenpaar und dessen Proklamation stünden bereits fest, verrät der stellvertretende Vorsitzende.

Er und Beyen legen ihre Ämter im Juni nieder, bereiten bis dahin zu etwa 95 Prozent die Session 2018/2019 bereits vor. „Die Frage nach dem neuen Präsidium mussten wir etwas nach hinten verschieben, denn viele fühlen sich berufen, als nächster Präsident zu kandidieren“, weiß Beyen, dass die Nachfolge noch nicht fest steht. Bisher habe sich jedoch noch kein Interessent als geeignet erwiesen. Das KA-Präsidium brauche hoch qualifizierte Leute, zumal die Anforderungen an den Karneval wachsen: steigende Kosten, immer mehr Sicherheitsvorkehrungen, der Terrorschutz und vieles mehr. „Zum Glück können wir auf die Unterstützung der Stadt bauen“, meint Beyen mit einem kurzen Blick nach Büttgen, wo die Zukunft des Rosenmontagszuges auf der Kippe steht (lesen Sie hier die Hintergründe). Nur das Amt des Justiziars sei bereits neu besetzt.

„Ich hoffe, unsere Nachfolger leben den Verein und den Karneval – so wie ich es seit 50 Jahren mache“, meint Franzen. Auch Beyen hofft auf ein kreatives neues Präsidium mit vielen innovativen Ideen. Schließlich ist nach der Session vor der Session – da passt das neue Motto für 2018/2019 gut, das sich Beyen und Franzen vor ihrem Abschied überlegt haben: „Et jeht immer wigger!“

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Zugleitung fährt Kappessonntag mal Lokomotive

Neuss. Über die Zahl der Großwagen und Fußgruppen schwieg sich Ralf Dienel, Zugleiter des Kappesssonntagszuges, beim samstäglichen Wagenrichtfest am Schlachthof noch aus. Doch eines gab er Preis: Der Umzug wird wieder ein Höhepunkt des Neusser Winterbrauchtums, wird wieder einmal größer und schöner.

Einen Zipfel des Geheimnisses lüftete Karl-Heinz Geißler dann doch: „Der Einfallsreichtum der Wagenbauer kannte keine Grenzen“, sagte der Hallenmeister und präsentierte das wahrscheinliche Highlight des Zuges: Eine etwa elf Meter lange, originalgetreue Nachbildung der „Adler“, einer der ersten Lokomotiven in der deutschen Eisenbahngeschichte. Motivgerecht führt dieser Wagen mit Zugleiter Dienel den Kappessonntagszug an. Winni Jaspers, einer der Bauleute: „Wir haben uns eine Fotovorlage besorgt und die auf Schienen gestellte Lokomotive mit großem grünen Kessel, langem Schornstein, großen roten Treibrädern und Tender für die Kohlen 1:1 bis ins Detail angefertigt.“ 1300 Stunden Arbeit stecken darin; ein Messingschild nennt die Namen der Erbauer: Karl-Heinz Geißler, Jürgen Müller, Franz Sandscheipe und Winni Jaspers.

Doch auch die anderen Großwagen, von denen sich noch zehn in Mönchengladbach befinden, brauchen sich nicht zu verstecken: Gebaut am Schlachthof ganz in Blau – der Bus der Novesia-Garde. Die „Altstädter“ kommen ganz in Gold mit der großen Sphinx von Gizeh, „Müllekolk“ erinnert an 6×11 Jahre, die Edelreserve geht auf Safari und erlegt Zebras, Leoparden und Elefanten. Die Gesellschaft Narrenkappe wiederum hat eine Waikiki-Strandbar aufgebaut, der Neusser Carnevals Club zeigt heimatverbunden die Neusser Stadtansicht, die Hippelänger Jecken thronen auf einer großen Ziege, der Norfer Narren Club feiert 2×11 Jahre und zeigt den Jubiläumswagen, Blau Rot Gold wiederum hat den Wagen über und über mit Disney-Figuren bestückt. Bei der Närrischen Pudelbande steht vorneweg der große Clown, das Etienne schätzt Vater Rhein und seine Nixen. Mit dabei auch die Stadt- und Prinzengarde in rot-weiß, und die Novesia-Garde sorgt für einen Hingucker: Gab es eigentlich Wikingerschiffe mit Kanonen?. Das Prinzenpaar samt Gefolge kommt in einer blauen Kutsche, mit Koffer und Reiseutensilien, die von weißen Pferden gezogen wird.

Orden hielt das Prinzenpaar Dieter IV. und Novesia Heike II. für verdiente Karnevalisten parat, während Präsident Jakob Beyen für den Karnevalsausschuss Claudia Wiencke und Franz Sandscheipe mit dem KA-Sessionsorden auszeichnete.

Quelle: NGZ

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Nutria-Boulette für Bürgermeister

Neuss. Firmensprecher empfiehlt sich bei Prinzenfrühstück der Sparkasse als Redner.
„Foodcity“ Neuss, die Stadt der Lebensmittelindustrie, ist um eine ganz besondere „Delikatesse“ reicher: die Nutria-Boulette. Die erste – nach „Nüsser“ Art in Kappes eingewickelt – überreichte Stephan Meiser gestern beim Prinzenempfang der Sparkasse Neuss unter dem Applaus von gut 120 Karnevalisten an Bürgermeister Reiner Breuer.

Mit diesem Gag reagierte der Sparkassensprecher auf die behördlich angeordnete Nutria-Jagd im Stadtgarten vergangenes Jahr, die Neuss auch überregional in die Schlagzeilen brachte. „So erlegte man im Unterholz, die perfekte Ergänzung zum ,Neusser Stolz'“, reimte Meiser – und machte mit diesem Schlenker auch noch versteckt Werbung für eine der populärsten Sauerkrautmarken der Stadt.

Reiner Franzen, Vizepräsident des Neusser Karnevalsausschusses (KA) und Moderator dieses jecken Gipfeltreffens im Sparkassen-Forum, gefiel Meisers Reimrede so gut, dass er gleich ein Anwerbegespräch anbahnte: Der Karneval in Neuss verliere am Ende der Session einen Redner, sagte er. Da könnte Meiser doch nahtlos weitermachen.

Prinzenpaare, Kinderprinzenpaare und Dreigestirne aus dem ganzen Kreisgebiet waren in Begleitung ihrer Adjutanten zur Sparkasse gekommen. Zu ihnen gesellten sich Funktionäre etlicher Vereine und Gesellschaften. Anneliese Schmidt (Neusser Karnevalsfreunde) sowie Iris und Helmut Gummersbach vom „Norfer Narrenclub“ verließen diese Matinee sogar etwas reicher, als sie gekommen waren. Denn weil ihre Gesellschaften in dieser Session ein jeckes Jubiläum feiern, legt ihnen die Sparkasse etwas in die Vereinskasse.

Bevor sich die einzelnen Tollitäten der Runde vorstellten, lobte KA-Präsident Jakob Beyen „Ons Sparkass“ als Sponsor und Partner. Zehn Jahre durfte er auf diese Hilfe bauen, die am Anfang nicht selbstverständlich schien. „Wir steckten gerade in der Finanzkrise“, erinnerte Beyen an seine ersten Verhandlungen als Big Boss des KA. Die Rückschau hat einen Grund: Das Gespann Beyen/Franzen scheidet nach der Session aus dem Amt.

Dieter und Heike Hahn, Prinz und Novesia der Stadt Neuss, waren unter den Gästen, die sich für die heiße Phase des Karnevals stärkten. „Denn die Session ist kurz und hart, drum ist man dies Jahr früh am Start“, reimte dazu Meiser, der schon einmal – mit Blick auf die Debatte um die Galopprennbahn – andeutete, was man 2019 auf der Speisekarte finden könnte: „Roß-Rouladen nach Neusser Art, natürlich mit Kappes gefüllt, ganz zart. So sorgt der Galopper des Jahres – in der Rathauskantine für Umsatz und Bares.“

(-nau)
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Jecker Gipfel im Grevenbroicher Schloss

Grevenbroich. Die Prinzenpaare und Dreigestirne aus dem Rhein-Kreis Neuss kamen jetzt auf Einladung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zusammen. Organisiert wurde das mittlerweile neunte Treffen von der Karnevalsgesellschaft „Grielächer“. Von Rudolf Barnholt

Egal, ob bei den Kostümen die Farbe Blau oder Rot überwiegt, ob man „Helau“ oder „Alaaf“ ausruft: Alle Narren in vorderster Front wie Prinzenpaare oder Dreigestirne aus dem Rhein-Kreis Neuss werden einmal in jeder Session von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke eingeladen. Das nunmehr neunte Treffen fand im Rittersaal des Alten Schlosses in Grevenbroich statt – Narren von Meerbusch-Nierst bis Rommerskirchen waren in vollem Ornat erschienen – ein wohltuender Anblick vor dem Hintergrund des trüben Winterwetters. Sie verliehen Orden, stellten sich vor, tranken und sprachen zusammen. Organisiert hatte das Treffen die Karnevalsgesellschaft „Grielächer“ aus Orken.

Die jüngsten Repräsentanten der Fünften Jahreszeit mussten nach ihrer Vorstellung sofort nach Hause: Prinz Oliver Blasy und seine Prinzessin Eva Petermann von der Karnevalsgesellschaft Rut-Wiess Rommerskirchen sind beide erst sechs Jahre alt und schon voll vom Narrenvirus infiziert. Was ebenfalls positiv auffiel: Viele Narren engagieren sich für Menschen, denen es schlecht geht. So verkauft die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß „Löstige Jonge“ Nievenheim mit ihrem Prinzenpaar Gregor Rütten und Nicole Breuer bunte Pins, die dem Prinzenorden nachempfunden sind. „Wir wollen damit einem kleinen Jungen helfen, der an Blutkrebs erkrankt ist und Typisierungen ermöglichen, die auch weitere Leben retten können“, sagte der Prinz sichtlich gerührt.

14 Gesellschaften beziehungsweise Vereine waren vertreten und nach zwei Stunden hatten einige Besucher schwer an den Orden zu tragen. Hans-Jürgen Petrauschke bekam besonders viele ab, aber auch der Grevenbroicher Bürgermeister Klaus Krützen konnte sich nicht beschweren. Er hob hervor, wie viel Herzblut die Vereine in die Fünfte Jahreszeit investierten.

Einige Orden, aber auch zwei Urkunden, gingen an Mitglieder des Karnevalsausschusses Neuss. Dessen Präsident Jakob Beyen (66) und der Vizepräsident Reiner Franzen (58) wollen ihre Ämter aufgeben. Franzen ist seit 50 Jahren mit Leib und Seele Karnevalist. Reiner Landsch, Ehrenvorsitzender der „Grielächer“, führte durch das Programm und wie viel Spaß ihm die Moderation bereitet, konnte jeder hören. Für einige Minuten überließ er das Mikrofon Gisela Welbers von der Neusser Eine-Welt-Initiative (NEWI). Deren Mission: Zu erreichen, dass jede zehnte Kamelle fair gehandelt wird. Sie stellte die Tasche mit der Aufschrift „Jecke hant Kamelle-Fairstand“ vor, während NEWI-Urgestein Manfred Holz Kostproben der fair gehandelten Leckereien verteilte.

Unter den Besuchern waren auch der Korschenbroicher Bürgermeister Marc Venten sowie Sonja Kunz, Vorsitzende der Kleinenbroicher Karnevalsfreunde. Sie verkündeten, dass das Treffen im kommenden Jahr auf Korschenbroicher Boden stattfinden werde.

Quelle: NGZ
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Aktion Zeitungspate

„Soziales Engagement ist ein wesentliches Element des Neusser Karnevals. Wir fördern junge Menschen und geben ihnen die Gelegenheit, sich tagesaktuell zu informieren. Das Studium der Presse und die Aufarbeitung in den Fächern Politik, Geschichte und Wirtschaft kann nicht früh genug beginnen. Deshalb ist es uns ein Anliegen, den Schülern der Albert Schweitzer Schule die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen zu ermöglichen. Die enge Kooperation mit dem Neusser Karneval sorgt für eine tolerantes Miteinander über das ganze Jahr.“

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Ein Prinzenpaar ohne Stammverein

Neuss. Dieter und Heike Hahn wurden am Freitag als neue Tollitäten in ihr Amt eingeführt. Die Proklamation im Zeughaus wurde jeckem Bühnenprogramm gefeiert. Der Prinz war lange Prinzenführer, die Novesia Kommandantin der „Husare“. Von Rolf Hoppe

Als Schütze in schmucker Uniform oder bei offiziellen Anlässen elegant in dunklem Tuch: Bürgermeister Reiner Breuer weiß sich immer dem Anlass entsprechend zu kleiden. So wählte er am Freitag die Narrenkappe, denn im Zeughaus wurden Dieter und Heike Hahn als Neusser Prinzenpaar proklamiert. Den Rahmen dazu bildeten Karnevalisten fast aller Gesellschaften unter dem Dach des Neusser Karnevalsausschuss (KA), sowie die Stadt- und Prinzengarde und die „Novesia-Garde“ der Blauen Funken in ihren schmucken Uniformen.

Die gute Stube der Stadt Neuss ist alljährlich ein hervorragender Ort für diese festliche Amtseinführung. Die hatte der nunmehr als Dieter IV. residierende Prinz noch gar nicht so lange auf dem Schirm: „Es war sicherlich unser beider Wunsch, einmal Prinzenpaar der Stadt Neuss zu werden. Wobei dieser Wunsch bei meiner Frau Heike vielleicht noch etwas stärker ausgeprägt war“, sagte er. KA-Präsident Jakob Beyen formulierte es volkstümlicher: „Der musste zum Jagen getragen werden.“ Denn Dieter Hahn kennt das Winterbrauchtum und sein neues Amt schon aus all den Jahren, in denen er als Prinzenadjutant und Prinzenführer eine offizielle Funktion hatte. Doch seine Frau, die charmante Novesia Heike II., ein Ex-Tanzmariechen, hatte ihm wohl ihren Wunsch ausreichend deutlich gemacht. Egal wie, jetzt freuen sich beide auf eine tolle Session.

Eine Besonderheit dürfte für das Prinzenpaar sein, dass es in keiner Gesellschaft mehr aktiv ist. „Das gibt uns die Chance, Prinz und Novesia aller Neusser zu sein. Feiern und fröhlich sein mit allen Vereinen, alte Freundschaften zu erneuern und neue zu schließen“, sagen Dieter IV., der Träger des Quirinussterns ist, und Heike II, die Kommandantin der „Rode Husare“ war.

Mit der Ausstaffierung der neuen Tollitäten mit den Insignien ihres Amtes nahm der karnevalistische Abend Fahrt auf. Was folgte, war ein von KA-Präsident Jakob Beyen und „Vize“ Reiner Franzen im Wechsel präsentiertes Feuerwerk von Gesang, Büttenreden und Show-Auftritten.

Der Tulpen-Heini aus dem belgischen Eynatten ließ seine holländischen Nachbarn einmal mehr nicht ungeschoren und brachte als Eisbrecher Stimmung in den Saal. Marku „Titschy“ Titschnegg, als „Nüsser Jung“ anmoderiert, präsentierte das Mottolied der Session – „De Kappes mit de Pappnas“ – und seinen Stimmungshit „Ming beste Fründ is de Quirin“ Als „Augenweide“ und „neuen Stern“ am Karnevalshimmel kündigte Reiner Franzen danach Anne Vogt an. Die ist, wie sich zeigte, auch als Sängerin und Büttenrednerin Spitze: „Es ist gut, mit 60 Vater zu werden“, sagte sie zur Generationenfrage. „Der muss eh nachts vier Mal raus.“

Musikalisch glänzten die „Happy Companie“ als auf den Punkt bringende Begleitmusik des Abends genauso wie die bekannte Kölsche Band „Die Kalauer“. Voll wurde es auf der Bühne, als zum Höhepunkt des kurzweiligen Abends die große Bergheimer Torwache aufmarschierte. Mit „Stippefötche“ und fliegenden Regimentstöchtern wurde es stürmisch auf der Bühne.

Quelle: NGZ
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Neusser Prinzenpaar kam zur Jubiläumsfeier

Jubiläumsfeier im Kleinenbroicher DJK-Heim: Gründungsmitglied Dietmar Struzina mit der Neusser Prinzessin Novesia Heike II Hahn. Im Hintergrund Präsident des Karnevalsausschuss Jakob Beyen. Foto: Detlef Ilgner

Das Vereinshaus der DJK Kleinenbroich war jetzt fest in Narrenhand. Vor dem alljährlichen Hoppeditzerwachen wurde erstmal ein närrisches Jubiläum im überschaubaren Rahmen gefeiert: Die Kleinenbroicher Karnevals-Freunde (KKF) sind jetzt viermal elf Jahre alt.

„Mit 44 Jahren ist man zwar noch nicht so alt, aber es ist schon eine Zahl, auf die man stolz sein kann. Und ein närrisches Jubiläum ist es auch noch“, sagte die KKF-Vorsitzende Sonja Kunz. Susanne Rozynek versorgte die Gäste mit Getränken, bevor sie sich dann später als Hoppeditz feiern ließ. Selbstverständlich wurden Orden und Bützchen ausgetauscht: Einen Orden bekam das einzige noch aktive Gründungsmitglied Dietmar Struzina, der die Karnevalssitzungen leitet.

Dass „Ons Nüss, helau“ durch das Vereinsheim schallte, lag an den vielen Besuchern aus der Quirinusstadt. Rainer Schmitz von der Karnevalsgesellschaft Müllekolk besucht mit anderen Neusser Karnevalisten regelmäßig die Kleinenbroicher Sitzungen. „Ich bin immer ganz begeistert“, erklärte Schmitz. Mit dabei waren auch Vertreter des Neusser Karnevalsausschusses mit dem Vorsitzenden Jakob Beyen und seinem Vertreter Reiner Franzen. Man ist offenbar gut vernetzt, Kleinenbroicher machen sowohl beim Kappessonntagszug mit, als auch bei der KG Müllekolk. Eigentlich erstaunlich, dass aus den Reihen der Kleinenbroicher Karnevals-Freunden in den 44 Jahren kein einziges Prinzenpaar hervorgegangen ist.

Zum Glück waren jetzt Prinz Dieter IV. Hahn und seine Novesia Heike II. Hahn aus Neuss nach Kleinenbroich gekommen. Sie brachten Glanz in die närrische Hütte.

Vize-Bürgermeister und KKF-Ehrensenator Albert Richter überbrachte nicht nur die besten Grüße von Rat und Verwaltung, er ging auch auf den zweiten Vorsitzenden Thomas Müllers ein, der vor zwei Jahren zum dritten Mal Kleinenbroicher Schützenkönig war: „Kaiser bei den Schützen und jetzt noch Prinz, das wäre doch was.“ Man munkelt, Müllers wäre nicht abgeneigt. Der Vorstand der Bruderschaft mit Brudermeister Hans-Bert Heimanns stattete den Karnevalisten ebenso einen Besuch ab wie die Erste Kaarster Narrengarde „Blau-Gold“, die erst seit dem Jahre 2000 besteht. „Wir stehen von Beginn an mit den Kleinenbroichern in Kontakt“, sagte Blau-Gold-Geschäftsführerin Brigitte Palmen. Übrigens: Am Samstag wurden die ersten Karten für die Narrensitzung am 27. Januar verkauft. Der Vorverkauf wird jetzt aber erst am 29. Dezember fortgesetzt. Karten gibt es dann bei Lotto Toto Weitz im Edeka-Markt.

NGZ (barni) vom 21.11.2017

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Jeck erst recht – Karnevalisten trotzen kurzer Session

Neuss. Die Verantwortlichen des Karnevalssausschusses besuchten gestern die NGZ-Redaktion, um über die kommende Session zu sprechen. Der Termin-Kalender ist in diesem Jahr besonders eng getaktet. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch.

Gute Stimmung trotz eines pickepackevollen Terminkalenders. So in etwa ist die Gemütslage bei den Mitgliedern des Neusser Karnevalsausschusses zu beschreiben. Zwar ist die Vorfreude auf die jecke Jahreszeit bei allen Beteiligten groß, dass sie jedoch gestern bereits gestartet wurde – mit dem Hoppeditzerwachen der KG Müllekolk und der Sessionseröffnung der NKG Blau-Rot-Gold – war doch nicht ganz freiwillig. „Weil die Session kürzer ist als im vergangenen Jahr, hatten wir keine andere Möglichkeit“, sagt Präsident Jakob Beyen. Vize-Präsident Reiner Franzen spricht sich deshalb sogar dafür aus, Sessionseröffnungen zu bündeln.

Doch mit Negativ-Aspekten wie der verkürzten Session oder den belastend hohen Kosten für öffentliche Säle wollen sich Beyen und Co. nicht all zu lange beschäftigen. Schließlich gibt es auch in diesem Jahr wieder einige Höhepunkte, auf die es sich zu freuen gilt – und zwar unter dem Motto „De Kappes mit de Pappnas hät Fastelovend im Blot“. „Der Kappes gehört schließlich zu Neuss“, erklärt Beyen.

Die Vorfreude beim designierten Prinzenpaar, Dieter und Heike Hahn, ist bereits spürbar. Schließlich nähert sich die Proklamation im Zeughaus am 17. November mit Siebenmeilenstiefeln. „Die Karten sind vergriffen“, sagt Franzen, der auch auf das bunte Rahmenprogramm an diesem Tag aufmerksam macht. „All zu viel verraten möchte ich aber noch nicht“, sagt der Vizepräsident. Jakob Beyen betonte gestern zudem, dass das 124-seitige „Kappesjournal“ ab dem heutigen Samstag verteilt wird. Also pünktlich zum Hoppeditzerwachen im Vogthaus. Hoppeditz Axel Krumscheid kündigte gestern bereits an, heute den einen oder anderen Seitenhieb auszuteilen, obwohl er ja eigentlich ein „ganz netter Typ“ sei.

Um während der schweißtreibenden Session körperlich belastbar zu sein und zu bleiben, hat die KA-Spitze extra ein Projekt ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Fit für den Karneval“ trainieren die Verantwortlichen bis zum 19. Dezember einmal die Woche eine Stunde lang intensiv. „Letztes Mal war Zirkeltraining dran, ich habe immer noch Muskelkater“, sagt Heike Hahn. Gute Stimmung und körperliche Fitness – die Session kann kommen.

Quelle: ngz-online.de

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Verdienstorden für den KA-Präsidenten Jakob Beyen

Der einzige Orden, den man nicht kaufen kann: Mit diesem Anspruch stifteten die Karnevalsfreunde Reiner Franzen, Karl-Heinz Geißler, Jürgen und Petra Kinold, Jürgen Müller, Christian Pieper und Wilfried Jasper einen Verdienstorden – für dessen Verleihung sie eigens die „Neusser Ordens-Akademie“ gründeten. Dieser Kreis zeichnete am Sonntag Jakob Beyen als fünften Ordensträger aus.

Beyen ist Präsident des Dachverbandes „Karnevalsausschuss Neuss“ und wird dieses Amt im kommenden Juni zur Verfügung stellen. Für ihn ist es die erste Auszeichnung in seiner zehnjährigen Präsidentschaft, und sie wird – wie am kommenden Samstag der „Quirinusstern“ der Stadt- und Prinzengarde“ – als Würdigung seiner Arbeit an der Spitze „KA“. Die knappe Laudatio hielt Reiner Franzen. Er ist Vize-Präsident des KA und weiß daher aus erster Hand, wie viel Arbeit mit der Präsidentschaft verbunden ist.

„Bei 120 Terminen alleine in der Session braucht man viel Freizeit und Enthusiasmus“, sagt Franzen, der ebenfalls aus seinem Amt ausscheiden wird. Die Nachfolge ist noch nicht geregelt, doch werde ein gut aufgestellter Verband übergeben, sagt er. -nau

Quelle: ngz-online.de

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