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Nutria-Boulette für Bürgermeister

Neuss. Firmensprecher empfiehlt sich bei Prinzenfrühstück der Sparkasse als Redner.
„Foodcity“ Neuss, die Stadt der Lebensmittelindustrie, ist um eine ganz besondere „Delikatesse“ reicher: die Nutria-Boulette. Die erste – nach „Nüsser“ Art in Kappes eingewickelt – überreichte Stephan Meiser gestern beim Prinzenempfang der Sparkasse Neuss unter dem Applaus von gut 120 Karnevalisten an Bürgermeister Reiner Breuer.

Mit diesem Gag reagierte der Sparkassensprecher auf die behördlich angeordnete Nutria-Jagd im Stadtgarten vergangenes Jahr, die Neuss auch überregional in die Schlagzeilen brachte. „So erlegte man im Unterholz, die perfekte Ergänzung zum ,Neusser Stolz'“, reimte Meiser – und machte mit diesem Schlenker auch noch versteckt Werbung für eine der populärsten Sauerkrautmarken der Stadt.

Reiner Franzen, Vizepräsident des Neusser Karnevalsausschusses (KA) und Moderator dieses jecken Gipfeltreffens im Sparkassen-Forum, gefiel Meisers Reimrede so gut, dass er gleich ein Anwerbegespräch anbahnte: Der Karneval in Neuss verliere am Ende der Session einen Redner, sagte er. Da könnte Meiser doch nahtlos weitermachen.

Prinzenpaare, Kinderprinzenpaare und Dreigestirne aus dem ganzen Kreisgebiet waren in Begleitung ihrer Adjutanten zur Sparkasse gekommen. Zu ihnen gesellten sich Funktionäre etlicher Vereine und Gesellschaften. Anneliese Schmidt (Neusser Karnevalsfreunde) sowie Iris und Helmut Gummersbach vom „Norfer Narrenclub“ verließen diese Matinee sogar etwas reicher, als sie gekommen waren. Denn weil ihre Gesellschaften in dieser Session ein jeckes Jubiläum feiern, legt ihnen die Sparkasse etwas in die Vereinskasse.

Bevor sich die einzelnen Tollitäten der Runde vorstellten, lobte KA-Präsident Jakob Beyen „Ons Sparkass“ als Sponsor und Partner. Zehn Jahre durfte er auf diese Hilfe bauen, die am Anfang nicht selbstverständlich schien. „Wir steckten gerade in der Finanzkrise“, erinnerte Beyen an seine ersten Verhandlungen als Big Boss des KA. Die Rückschau hat einen Grund: Das Gespann Beyen/Franzen scheidet nach der Session aus dem Amt.

Dieter und Heike Hahn, Prinz und Novesia der Stadt Neuss, waren unter den Gästen, die sich für die heiße Phase des Karnevals stärkten. „Denn die Session ist kurz und hart, drum ist man dies Jahr früh am Start“, reimte dazu Meiser, der schon einmal – mit Blick auf die Debatte um die Galopprennbahn – andeutete, was man 2019 auf der Speisekarte finden könnte: „Roß-Rouladen nach Neusser Art, natürlich mit Kappes gefüllt, ganz zart. So sorgt der Galopper des Jahres – in der Rathauskantine für Umsatz und Bares.“

(-nau)
KA Neuss Redaktion
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